Montag, 20. Juni 2016

Verrückte Katzen Lady // Katzenliebe // Ryuzaki



Früher habe ich immer über diese Leute gelacht, die ständig über ihre Katzen reden. Bei "How I met your Mother" hat Ted ein Date mit einer Frau, die ihren Katzen immer niedliche Kostüme näht. Kam auch nicht so gut an. Und auf Facebook nerven einen die Menschen ständig mit niedlichen oder lustigen Katzenvideos, wenn sie grad was besseres zu tun haben, dieses aber noch aufschieben wollen.

Eigentlich könnte das hier jetzt ein Meckerbeitrag werden, bei dem ich mich über diese Personen beschwere, die noch keine Kinder haben und deswegen alles Mögliche an Kraft und Liebe in ihre Katzen stecken und sich einbilden, dass deswegen die Katze ähnliche Gefühle entwickelt.
Tatsächlich ist das hier aber ein Beitrag in dem ich gestehe, dass ich selbst genau so eine Person bin.
Ich bin eine verrückte Katzenlady.

Wenn ich morgens zur Uni fahre gucke ich mir Bilder auf meinem Smartphone von meiner Katze an. Wenn ich nach Hause komme unterhalte ich mich lautstark mit ihr und gebe ihrem genervten Gesichtsausdruck eine niedliche Stimme, die Dinge sagt wie: "Mami, gib mir Essen."

Wenn ich auf andere Katzenmamis oder Papis stoße, bin ich im siebten Himmel, weil wir dann ohne Punkt und Komma über unsere Katzen reden können. Dabei tauschen wir dann stundenlang( das ist wirklich keine Übertreibung) Geschichten über unsere Lieblinge aus, in denen sie beispielsweise irgendetwas unvorhersehbares getan haben, besonders niedlich aussahen und ungewöhnlich schmusig waren. Das ganze unterlegen wir dann meistens mit verschiedenen Bildern von unserem Smartphone, denn natürlich halte ich all diese Erlebnisse mit meinem Baby fest. Wie eine richtige Mami eben.

Wenn ein Katzenrealist dann daher kommt und mir erzählen will, dass mein Kater nur nett zu mir ist, weil er Hunger hat und ich eben die einzige Bezugsperson bin, stelle ich auf stumm und summe innerlich "Ah Leaky Boom Boom Down" ("Informer" von Snow) und denke ans Meer. Mein Freund und ich haben bei unserem Kater ein richtiges Elternsymdrom. Egal wie viele Tassen und Vasen er runterschmeißt oder auf wie vielen Nicht-Toiletten er sich erleichtert, der Ärger verfliegt nach kürzester Zeit. Stattdessen sind wir auf jedes "Sitz", dass er für einen Leckerlie macht drei Mal so stolz. Am Essenstisch hat der kleine einen eigenen Sitzplatz und immer wenn ich Duschen gehe, sitzt er auf dem Klodeckel und wartet auf mich.

Eine verrückte Katzenlady zu sein ist ein Fulltime-Job und erfüllender als man es sich vorstellen kann. Und jedes Mal wenn Ryuzaki, so heißt mein Kater, morgens auf meinem Bauch liegt, alle Viere von sich gestreckt und schnurrend, ist mir das Belohnung genug.
Haben wir hier noch eine verrückte Katzenlady unter den Überlebenskünstlern? Was ist deine lustigste Katzenmama geschichte?


Kommentare:

Sari hat gesagt…

Ein ähnliches Phänomen, fast noch ausgeprägter kann man ja bei Hundebesitzern feststellen. Wobei ich denke, wnn man mit seiner Katze auch noch "gassi" gehen würde, wäre das auch nicht anders *lach*. Aber ich kann es ja verstehen: Wir karen ja mit den Kanincgen nicht anders, nicht wahr??
Was ich immer wieder erstaunlich finde ist, wie menschlich Katzen in ihrem Tun oft wirken.

Nin Berry hat gesagt…

Ein wundervoller Beitrag, der allen katzenmenschen aus der Seele spricht.:)

Mein Freund brachte seine Katze mit in unsere Beziehung und Wohnung. Anfangs kamen wir nicht sonderlich gut zurecht, obwohl ich eigentlich ein Tiermensch bin. Auch war sie eher eigenbrötlerisch und vor allem still.
Mittlerweile liegt sie beim kuscheln oft neben oder auf mir und wir führen viele lautstarke Diskussionen, die Menschen ohne Katzen wohl sehr skurril finden würden.
Aber ja, die Katze miaut um mit mir zu kommunizieren (und sie wahrscheinlich gelernt hat, dass sie so die größte Aufmerksamkeit bekommt).
Es ist leider auch häufig nervig, aber ich freue mich doch jedes mal, wenn sie mich anmaunzt und auf ihre Hinterpfoten stellt um ein Leckerlie zu erbetteln.
Ja, ich bin ein Katzenmenschen. Und ich liebe unseren Stubentiger :)

Viele Grüße,
Ms.Ninberry

ÜberlebensKUNST hat gesagt…

Ja ich glaube, dass gerade, wenn das Tier am Anfang keine Nähe zeigt, ist es schwer Gefühle dafür zu entwickeln. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass besonders Katzen sehr kritisch sind und wenn sie erstmal vertrauen haben, aber sehr treue liebevolle Gefährten werden können :D

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