Montag, 30. Mai 2016

Blogparade: 90er Jahre Kinderserien // Die Dinos



Als ich klein war durfte ich nach den Hausaufgaben immer etwas Fernsehen schauen. Während viele Eltern darauf Wert gelegt hatten, dass ihre Kinder nur KIKA schauten, durfte ich rumzappen wie ich wollte. Und so verbrachte ich die meiste Zeit auf Super RTL. Es gibt natürlich viele Serien, die mir als Kind gut gefallen haben. Da gab es "Doug Funny", "Jeanne D'ark die Kamikazediebin" und vorallem "Spongebob Schwammkopf". Aber am aller liebsten habe ich eine andere Serie geschaut, über die ich heute im Rahmen der Blogparade zum Thema Kinderserien der 90er reden möchte.


Nervenaufreibende Musik und ein paar schwere Füße, die durch einen grell ausgeleuchteten Wald stampfen künden folgende Worte an, die vermutlich jeder im Laufe seines Lebens mal imitiert hat: "Bam, bam Baaaaaammmmmm... Bin da! Wer noch?".
Ich weiß nicht was an dieser Serie verwirrender ist. Die Tatsache, dass es sich um eine Dinofamilie handelt, der Vater Earl von Beruf Baumschubser ist oder dass keiner der Charaktere eine Hose trägt. Vermutlich ist es ein Zusammenspiel vieler eigenartiger Faktoren, die diese Serie so liebenswert macht. Nicht zu vergessen ist das, mit einer Bratpfanne bewaffnete Baby, dass zum einen keinen Namen hat und auch wirklich immer nur "das Baby" genannt wird und zum Anderen jedes Mal Papa Earl eins über die Rübe zieht und schreit "Nicht die Mama!", wenn ihm wieder irgendwas nicht in den Kram passt. Ich glaube ich gehe nicht zu weit, wenn ich behaupte, dass die Serie einen Großteil seiner Bekanntschaft dem leicht gruseligen Baby zu verdanken hat. Früher war ich begeistert von der Serie. Sie war lustig und toll gemacht, wenn man bedenkt, dass in den Dinokostümen tatsächlich Schauspieler gesteckt haben.


Vor ein paar Wochen habe ich mir mal wieder ein paar Folgen angeschaut und fiel dabei fast aus allen Wolken, da mir klar wurde wie unschuldig der Blick der kleinen Sini damals war. Viele Themen, die in der Serie angesprochen wurden, sind nicht nur für Kinder gedacht. Es gibt viele Bezüge zum wahren Leben, die mir als Kind schlicht und einfach nicht aufgefallen sind. Ich habe mich einfach immer nur auf die lustigen Gestalten konzentriert und den Subtext der Handlung nicht weiter in Frage gestellt. Eine Folge handelt beispielsweise von der Geschlechtsreife und davon wie der Teenagersohn Robby Probleme damit hat mit seinem wachsenen Dinoschwanz umzugehen. Auch hat er heimlich im Zimmer den Paarungstanz geübt und sich fürchterlich geschämt, als er dabei von seinen Eltern ertappt wurde. Als ich klein war, dachte ich es ginge wirklich nur ums Tanzen. Ich will das Kind jetzt natürlich nicht beim Namen nennen, aber als Erwachsener versteht man die Folge ein wenig anders. Eine ähnliche Folge gab es in Bezug auf Drogenkonsum und eine andere beschreibt das verflixte zweite Lebensjahr eines Kindes, dem ja manchmal nachgesagt wird, dass die Kinder in dem Alter ganz besonders schwierig sind. Die Folge erinnerte regelrecht an den Film "Der Exorzismus" und raubte mir für ein paar Nächte den Schlaf. Eine weitere Folge, die mir grad in den Sinn kommt, handelt von einem Gespräch zwischen Vater Earl und seinem Essen, das verdeutlicht, dass auch das ständig flüchtende Essen Berechtigung zur Existenz hat. Auch wird die Rolle der Hausfrau und Mutter diskutiert und die Frage nach typischen Geschlechterrollenklischees aufgeworfen. Ein bisschen erinnert die Serie an viele Familienserien, die man sich nachmittags auf RTL II reinziehen kann. Ein grobmotorischer, dickbäuchiger Vater im Flanelhemd, der zwar im Herzen liebenswürdig ist, aber eine engere Beziehung zu seinem Fernseher hat, als zu seiner Familie. Eine weise und liebevolle Mutter, die Hausfrau ist und dazu neigt sich selbst zu vernachlässigen, um anderen zu helfen und ein paar streitende Kinder, denen es viel zu wichtig ist, was andere von ihnen denken. Und schlussendlich eine Schwiegermutter, die rein gar nichts vom Familienvater hält und ein Kleinkind, das allen die Show stielt.

Dass ich die Serie jetzt, wo ich groß bin, so anders wahrnehme erschreckt zwar ein bisschen, aber es ist auch wirklich spannend zu sehen, wie sich doch die Reife und die Wahrnehmung im Laufe der Zeit verändert. Eine meiner Lieblingsserien war auch Sailor Moon und wenn ich mir heute versuche eine Folge anzuschauen muss ich nach kurzer Zeit wirklich aufgeben, weil ich die Stimme von Bunny nicht lange aushalten kann. Als Kind war ich dagegen imun. Je greller, bunter und hektischer die Serie war, desto lustiger erschien sie mir. Auf jeden Fall finde ich es umheimlich schön, dass die Dinos nicht nur was für kleine Kinder ist, sondern, dass man sie mit den Jahren immer wieder neu erleben und verstehen kann. Je mehr man im Leben erlebt, desto mehr weitere Hinweise darauf entdeckt man plötzlich in der Serie. Als Kind habe ich ganz andere Dinge in ihr gesehen, als ich es heute tue und dennoch sind beide Sichtweisen spaßig und wertvoll.

Erinnerst du dich noch an das Lied, das, gesungen vom Baby, mal veröffentlich wurde?
Darin singt es: "Bin das Baby, musst mich lieb haben. Hab Brombeeraugen, bin frommig knuddelig. Wär's nicht dinostark es gäb noch viel mehr wie mich?" Ich weiß nicht wann das je enden wird, aber seit damals habe ich alle paar Wochen einen Ohrwurm davon, ohne überhaupt die Serie geschaut zu haben. Ich finde es sollten mal wieder Serien produziert werden, die richtig in einer Kulisse und mit handgefertigtem Maskenbild gedreht sind. Natürlich sind diese CGI Filme hilftreich beim ermöglichen verschiedenster Handlungsumstände, aber so eine richtig schöne Kulisse wie im Theater hat auch seinen Reiz.

Welche Serie hast du nach langer Zeit mal wieder geschaut und ganz anders wahrgenommen, als beim letzten Mal wo du sie gesehen hast? Wenn du andere Beiträge der Blogparade lesen möchtest, dann klick dich einfach nur die Galerie!

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Kommentare:

Filiz hat gesagt…

:D Die Dinooooooos! Die habe ich soo gern geschaut! Ich weiß gar nicht, wie die Serie heute auf mich wirken könnte. Müsste ich mal ausprobieren :)

Liebe Grüße,
Filiz

ÜberlebensKUNST hat gesagt…

Hihi, ja mach das mal :D

Sari hat gesagt…

Es war einmal...das Leben. Ich habe die Serie als Kind geliebt. Wie die roten Blutkörperchen kleine blaue Sauerstoffblasen durch die Kanäle trugen usw... wie kleine Raumschiffe kamen und Wunden reparierten. Als ich sie dann im Rahmen der Ausbildung mal wieder sah, war ich doch sehr überrascht davon, mit wie wenig Bildern, die immer wieder widerholt wurden, gearbeitet wurde. Allerdings halt immer in einem anderen Zusammenhang gesetzt....njaaa....

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