Montag, 9. Dezember 2013

Weihnachtszeit mit Krummelus - Pillen

 Hachjechen, die Weihnachtszeit kommt und verschlingt mich samt Hut.
Gut, die Uni ist natürlich auch ein wenig dran Schuld.
Alles in allem versuche ich derzeitig so viel ich kann von dieser wunderbaren und aufregenden Zeit mitzunehmen, da mein Freund das Weihnachten letztes Jahr in Neuseeland war und ich somit quasi nur körperlich in Berlin anwesend war *schnulz*...haha.
Die Auswirkung dessen ist ein völlig umwindeter Kopf, der in Geschenkpapier, Kakao und Uni versinkt.

Mein Freund (ich sollte mir mal ein hübscheres Synonym einfallen lassen) hat von mir einen super schnulzigen Adventskalender, gefüllt mit Süßigkeiten, bekommen. Zusätzlich hängt an jedem Säckchen ein besonders bedeutender Auszug unseres Skypegespräches von eben diesem Tag vor genau einem Jahr. Das soll uns daran erinnern wie es uns damals ging und wie besonderer es nun umso mehr ist, dass wir uns dieses Jahr haben.

Meine Mitbewohnerin backt ein Blech leckerer Kekse nach dem anderen, die dann auf einem riesen Berg von selbstgemachtem Trüffel enden. Ich sags euch, an Weihnachten rolle ich dann zur Bescherung. *lach*
Sting, Loreena Mckennett, Rolf Zuckowsky und Michael Bublé schallt durch die ganze Wohnung und zieht mich durch einen langen warmen Sog zurück in meine Kindheit. Zurück zu den Playmobil Adventskalendern, den Cindy Lou Who Frisuren (davon werdet ihr NIEMALS ein Photo zu Gesicht bekommen), den vor Aufregung schlaflosen Nächten und den Razzien, die ich im Haus vornahm, wenn keiner zu Hause war und ich die unterm Bett versteckten Geschenke abtasten konnte.

Ich denke es geht den meisten so, aber jeden Dezember ist es, als würde ich leichtfüßig in eine Zeitmaschine steigen und alles hinter mir lassen, was mit der Realität zu tun hat. Die Weihnachtszeit hat, auch wenn man immer älter wird, etwas magisches. Vor meinem inneren Auge sehe ich ganz genau den Moment vor mir, als die Jahre verflogen und ich auf meinem Bett saß und voller Schreck feststellen musste, dass die Hälfte des Monats bereits vorbei ist und ich es kaum gemerkt hatte. Es war ein so gravierendes Zeichen für mich, dass ich langsam erwachsen wurde- mit jedem Jahr mehr. Irgendwie war und bin ich manchmal noch nicht bereit dafür, denn das Schicksal hat mich sehr früh dazu gezwungen erwachsen zu werden.
Die Aufregung schwand, die Vorfreude, der Sog.
Ein schrecklicher Moment und definitiv Zeit ein paar von Pippi Langstrumpf´s Krummelus Tabletten zu schlucken.

Doch dieses Jahr ist wieder irgendwas anders. Ich bin aufgeregt, gebe viel zu viel Geld für Geschenke und sinnloses Zeug aus, liege des nachts wach und überlege mir was ich am Weihnachtsabend tragen könnte. Bastele aufgeregt Weihnachtsschmuck aus Fimo und backe ungesundes Zeug, dass sich freudig auf dem Keksberg meiner Mitbewohnerin tümmelt.

Als ich lange Zeit darüber nachdachte woran es möglicher Weise liegen könnte, dass dieses Weihnachten plötzlich intensiver ist als alle Weihnachtsfeste der letzten fünf Jahre, wurde mir etwas bewusst.
Sicherlich spielen viele Faktoren eine Rolle, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte, denn mein Leben ist nun zum Dezember hin geordneter und weniger kompliziert geworden. Aber ich denke das ist nicht alles.
Der diesjährige Grund ist natürlich kein anderer als ein Mann.
Nein, ich rede nicht von meinem lieben Freund (ich brauche echt ein Synonym! ), über den ich vorhin, zurecht, so viel rumgeschnulzt habe.
Ich rede von jemandem, der sehr viel kleiner und gleichzeitig soooo groß ist.
Mein kleiner Neffe.
 Er ist nun zwei Jahre jung, klüger als uns gut tut und schrecklich niedlich. Der Punkt ist allerdings, dass er die Welt noch aus den Augen sieht, die wir im Laufe der Jahre verloren haben. Dinge wie das Keksebacken, Weihnachtsbaum schmücken, auf den Weihnachtsmarkt gehen oder Geschenke zukleben sind für mich inzwischen routiniert und manchmal sogar mit Stress verbunden. Für ihn jedoch ist alles neu und aufregend und teils das erste bewusste Mal, dass er an diesen Dingen teilnimmt. Da steht man gelangweilt in der Gegend rum und ärgert sich darüber, dass die Finger langsam kältetaub werden und dann kommt etwas kleines warmes, zerrt an meiner Hand und sagt mit glänzenden Augen: "Guck mal Sini eine rote Neeflocke." Man sieht sich verdattert um und entdeckt auf dem vereisten Steinboden eine kleine rote, unscheinbare Konfettischneeflocke. Mit ihm gemeinsam weihnachtliches zu erleben erinnert an die Gefühle, die ich selbst früher hatte, als die Welt noch so riesig und aufregend schien und nichts bedeutender war als der Sonnenstrahl jeden morgen, der mir erlaubte in Mamis Bett zu springen und sie zum Aufstehen zu zwingen, weil es endlich Tag war und somit ein neues Abenteuer begann.


Wenn ich dieses Kind ansehe, werde ich selber irgendwie wieder zu einem Kind.

Und dieser Gedanke muntert mich irgendwie auf. Auch wenn ich noch so sehr in die Erwachsenenwelt abdrifte, so hoffe ich, dass es in meinem Leben immer ein Kind geben wird, dass mir dabei hilft selber ein Kind zu bleiben.
Ich wünsche euch eine besinnliche und verspielte Weihnachtszeit....

1 Kommentar:

Sari hat gesagt…

Ich versuche ja schon immer irgendwie die Weihnachtszeit in mir zu erhalten. Und wenn ich mich selber mit einem Kalender beschenke, um mir die tägliche Türchenfreude zu erhalten oder eben bei Tageslicht mit der Schwester einen Glühwein trinke, alleine in der Küche stehe und Kekse backe und die Weihnachtslieder für mich durch die Räume schmetter... man ist sich seines Glückes Schmied und ich merke, dass man mit dieser Einstellung sein Umfeld ein bisschen verändern und beeinflussen kann *lach*. Aber du hast Recht, mit dem Minihelden sind alle irgendwie wieder ein bisschen zum Alten zurück gekehrt!

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