Mittwoch, 20. März 2013

Mission: Die Rettung der Haare


Strohige, verknotete und splissige Haare? Das ganze Programm (oder nur ein Aspekt davon?). Es gibt viele egoistische Gemeinheiten, die wir unseren Haaren über Jahre hinweg, manchmal sogar innerhalb eines Tages antun mit dem Ergebnis, dass unsere Haare uns den Krieg erklären.
Die Gründe für unsere Missetaten sind ja allgemein bekannt:    
Färben/Blondieren
Rasterzöpfe
Vernachlässigung der Bürstroutine
Häufiges Haarewaschen
Hitze (Glätteisen, Lockenstab etc.)
usw.
Das ist jetzt alles nichts neues und meistens hatten wir auch einen guten Grund dafür warum wir so gehandelt haben. Ich selber war eine leidenschaftliche Misshandlerin meiner Haare und habe nun mit den Folgen zu kämpfen.
Als ich noch klein, rosa und unschuldig war, waren meine Haare sehr blond. Im Laufe der Zeit wechselten sie von dunkelblond zu hellbraun über und endeten in der Pubertät dann in einem missmutigem aschfarbenem dunklen Irgendwas. Das ist nicht gerade eine besonders ansprechende und detaillierte Beschreibung meiner Naturhaarfarbe, Fakt ist aber, dass ich seit ich cerca 13 war meine Haare töne und färbe. Inzwischen sind sie recht kontinuierlich rotbraun. Als wäre die monatliche Farbattacke nicht schon genug, wollte ich meinen Haaren Gutes tun und sie in Ruhe lassen. Das heisst mit so ziemlich allem was mit einer Bürste zu tun hat (in mir schlummerte ein kleiner Hippie, der schrie: Freiheit den Haaren!). Zusätzlich hatte ich einen Rasterzopf am unteren Haarkranz und habe gerne am Wochenende auch mal den Lockenstab genutzt. Dazu muss man noch erwähnen, dass sie oben eher glatter und nach unten hin etwas wellig werden, weshalb der Lockenstab meistens sehr sinnlos war.
Ihr seht also, ja, ich hatte das volle Programm. Nun stehe ich da, inzwischen etwas reifer geworden, und frage mich: Können wir wirklich unsere Haarsünden wieder rückgängig machen? Und wenn ja wie?

Ich selber bin sehr kritisch was Haarprodukte im Drogeriemarkt angeht. Die Verpackungen sind auffällig gestaltet und versprechen Millionen von Dingen an unterschiedlichen Haarlängen gleichzeitig, wo ich mich frage, wie genau das Shampoo erkennen soll, an welcher Stelle meiner Haarsträhne es jetzt welche heilende Macht anwenden soll.
Da ich selber nun inzwischen seit etwa einem halben Jahr an der Mission "Die Rettung der Haare" dran bin und ich nach kürzester Zeit eine massive Veränderung erleben durfte, nur weil ich wenige Dinge in meiner Haarroutine verändert habe, dachte ich teile ich meine Erfahrungen mal mit euch. Naja, und da ich mal wieder nicht auf den Punkt komme fange ich jetzt einfach mal an:

Punkt 1 :  Die Bürste

Auch hier kann ich nur Bestätigen was bereits allseits bekannt ist. Die Wahl der Bürste hat eine massive Auswirkung auf das spätere Erscheinungsbild der Haare. Früher habe ich immer günstige Plastikbürsten verwendet. Hauptsache die Klüter kommen raus. Da ich meine Mission aber wirklich ernst nehmen wollte, ging ich also zu Rossmann und kaufte mir eine Naturholzbürste mit Wildschweinhaar für knapp 7€ ( was wirklich nicht viel ist). Für meine Verknotungen habe ich einen Holzkamm verwendet.
Zuerst werden die Haare ein wenig mit den Fingerspitzen nass gemacht und einmal mit der Holzbürste grob von oben rübergekemmt. Anschliessend werden hartnäckige Klüter mit dem Kamm bearbeitet, möglichst sachte übrigens. Zum Schluss wieder mit der Bürste von unten langsam durch die Haare ziehen. Ruhig auch etwas länger machen und dabei eine Folge "How I met your mother" gucken.

Punkt 2 :  Waschen

Da viele Frauen das Problem haben, dass ab der Pubertät der Haaransatz schnell nachfettet, sorgt unsere oft eitle Spezies für ebenso schnellen Waschnachschub, da wir jeden Morgen frisch und blendend aussehen wollen. Problem dabei ist aber, dass wir nie wahrhaben wollen, dass wir die Situation dadurch meist noch verschlimmern. Obwohl Shampoo uns oft ein tolles Gefühl, Glanz und einen schönen Duft als Andenken hinterlässt, ist es nicht ganz so freundlich zu unserer Kopfhaut wie es den Anschein macht. Je öfter wir die Haare waschen, desto schneller fettet die Kopfhaut nach und irgendwann muss man aus diesem Teufelskreis ausbrechen, wenn man nicht sein Lebenlang von dem morgendlichen Haarewaschen abhängig sein will. Wer also wirklich hartnäckig seine Haare retten will, sollte sich angewöhnen im besten Fall natürlich die Haare nur einmal die Woche waschen zu müssen. Alle drei Tage tun es allerdings auch. Da dieser Prozess ehrlich gesagt aber wirklich keinen Spaß macht, da man den Mut haben muss am Anfang auch mal mit fettigem Ansatz das Haus zu verlassen, muss man eben sehen, ob man das durchstehen kann. Wer jeden morgen gestriegelt seinem Chef gegenüber sitzen muss hat es natürlich nicht so leicht bei dieser Entscheidung. Es gibt allerdings tolle Hochsteck- und Flechtfrisuren, bei denen der fettige Ansatz kaum auffällt. Im Notfall kann man am dritten Tag eben Trockenshampoo verwenden oder die Aktion auf die Urlaubszeit legen. Wer es also wagt: ich garantiere, dass es funktioniert, denn Haar und Kopfhaut gewöhnen sich irgendwann an euren neuen Prozess!

Punkt 3:  Shampoo 

Beim Shampoo habe ich vor Allem darauf geachtet, dass es keine Silikone enthält. Derzeitig befinden sich allerdings noch viele Haarprodukte bei mir, aus oben erwähnten Gründen, im Test. Ich werde auch bald einen Post dazu machen, ob einige Shampoos MEINER ANSICHT NACH wirklich halten was sie versprechen, da ich was das angeht ja wie gesagt sehr kritisch bin. Egal welches Shampoo ich benutzt habe, wichtig war mir, dass meine Spitzen geschützt werden. Ich habe also das Shampoo wie gehabt in die Kopfhaut einmassiert, jedoch nicht in die Spitzen geknetet, da wenn ihr das wieder ausspült, genug Shampoo die Haarspitzen entlang rinnt. Spart und schützt, wenn man es so nimmt.

Punkt 4: Pflege

Was die Pflege angeht setze ich sehr auf Haushalts- und Naturmittel. Mein absoluter Liebling ist das Cocosnussöl. Man kann aber auch alle anderen Sorten wie Mandel- oder Olivenöl verwenden. Wer Angst davor hat, dass die Haare dadurch wieder zu fettig werden, kann das Öl nur in die Haarspitzen tun.

Punkt 5: Hitze und Färben

Diesen letzten Punkt befolge ich nicht ganz so vorbildlich. Das derzeitig noch so kalte Deutschland ist nicht sonderlich dafür geeignet die Haare Lufttrocknen zu lassen, ohne krank zu werden. Der Föhn steht bei mir also nach wie vor auf der Tagesordnung. Wenn ich es allerdings nicht ganz so eilig habe ist er auf die kühlere Stufe gestellt.Von Lockenstäben und Glätteisen halte ich generell Abstand. Diese werden wirklich nur bei ganz großen Notfallsituationen oder besonderen Anlässen ins Spiel gebracht. Auch das Färben ist nicht von gestern, da ich mich inzwischen so sehr an meine "neue" Haarfarbe gewöhnt habe und diese inzwischen mehr als gerne trage. Allerdings habe ich auch hier meinen Kompromiss gefunden. Die Haarspitzen werden nämlich nicht mehr mitgefärbt. Zum Glück ist der Ombre-look derzeit sehr gefragt und der Effekt ist wirklich cool. Leider geht das natürlich nicht bei allen Farbtönen, wenn der Kontrast zwischen den Haarfarben zu groß ist.

Fazit:

Wahrscheinlich hat dies bei niemandem zu einem neuen Aha-Effekt geführt, aber mir haben diese Maßnahmen tatsächlich dabei geholfen aus einer absoluten Katastrophe einen recht dicken Zopf glänzender Haare zu machen.
Meine Haare muss ich wirklich nur noch alle drei Tage waschen. Das spart Zeit, Aufwand und Produkt.
Sie sind leicht kämmbar und glänzen schön. Der Spliss ist ebenfalls deutlich zurückgegangen und die Haarstruktur ist wirklich deutlich kräftiger und dicker.

Hoffe es war was dabei, dass euch helfen könnte. Also, ran an die Bürsten!
Bis bald, Sinah


Kommentare:

Nadine hat gesagt…

Hallo Sidonie,
ich habe dich eben über Sari gefunden und muss mich doch glatt mal für die Tipps bedanken.

Ich merke bei mir selbst gerade, dass es immer schlimmer wird und auch, wie unterschiedlich meine Haare auf die verschiedenen Shampoos reagieren.

Mein Problem ist, dass ich nicht so recht weiß, welche Shampoos silikonfrei sind. Im Supermarkt habe ich bisher 2 Hersteller gefunden, und einer davon ist nach der 2. Anwendung aus meinem Badezimmer verbannt worden, weil ich davon unglaubliche Schuppen bekam.

Eventuell magst du darauf ja in einem neuen Blogeintrag eingehen?

Und ich werde heute Ausschau nach einer Naturhaar-Bürste halten :)

Sidonie Fine hat gesagt…

Hey Nadine!
Na da bin ich aber froh, dass ich dir helfen konnte. Ich werde mich auf jeden Fall in nächster Zeit nochmal zum Thema Shampoos äußern (wahrscheinlich lang und breit), da das Thema wirklich eine tückische Kost ist :-)
LG

Eva hat gesagt…

Toller Artikel.
Ich färbe meine Haare ebenfalls seit dem ich 13 war.
Deine Tipps sind gut, allerdings wohl eher für langes Haar. Das richtige Shampoo suche ich auch noch... Allerdings habe ich festgestellt, dass meine Haare die Abwechslung tatsächlich lieben. Aber jedes Haar ist eben anders.

Sidonie Fine hat gesagt…

Es heisst ja, dass man immer das selbe Shampoo verwenden sollte. Mir geht es da aber wie dir ,Eva. Eine nette Abwechselung beim Shampoo ist gar nicht so übel. Je nach Luft/Wetter und körperlicher Verfassung brauchen die Haare ja auch unterschiedliche Pflege. :-)

Mucki hat gesagt…

Super Tipps. An das "3 Tage nicht waschen", hab ich mich allerdings noch nicht ran getraut. Mein Friseur hat mir auch gesagt, dass man beim gleichen Shampoo bleiben sollte. Allerdings habe ich auch gehört und gelesen, dass man öfter Abwechslung in sein Haarshampoo bringen soll, da somit die Kopfhaut geschont wird, da nicht immer die gleichen "Schadstoffe" die Haut berühren. Ich hab derweilen auch 5 Shampoos xD Cocosöl find ich auch cool, vor allem, wenn man es miit Eigelb und Honig mischt. Würd mich freuen, wenn du mal über natürliche Haarkuren was Posten würdest :D

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